Stille Helden im Quartier
Shownotes
Jessica Seja ist seit Juni 2026 Verbandsdirektorin des VdWg Sachsen-Anhalt. Der Verband vertritt 108 Wohnungsgenossenschaften mit rund 170.000 Mitgliedern. Seja schildert ihre ersten, positiven Eindrücke im Amt: herzliche Atmosphäre und engagierte Vorstände. Zentrale Themen sind der demografische Wandel im Bundesland, das Projekt „Social Impact" zur Sichtbarmachung des gesellschaftlichen Mehrwerts von Genossenschaften sowie die angestrebte „Sozialrendite" als wichtiges Argument gegenüber der Politik. Seja betont die Notwendigkeit staatlicher Förderung und langfristiger Planungssicherheit unter egal welcher Regierung, die sich in Sachsen-Anhalt derzeit noch formiert. Ihre Vision für den Verband: Eine verlässliche Förderkulisse, mehr politische Sichtbarkeit und Digitalisierung.
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Transkript anzeigen
00:00:00: Herzlich willkommen, liebe Hörerinnen und Hörern zu einer neuen Folge von Limo dem Podcast für die Immobilienwirtschaft.
00:00:09: Stellen Sie sich vor eine Wohnungsgenossenschaft rettet den einzigen Supermarkt im Quartier weil sie nicht will dass ältere Menschen künftig kilometerweit zum Einkaufen fahren müssen oder ein Verein namens Freunde fürs Leben schafft in Halberstadt ein riesiges Wohnzimmer für alle die sonst allein wären Und ein Viertel voller grauer Plattenbauten verwandelt sich Schritt für Schritt in ein lebendiges Komponistenviertel mit Fassadengemeldung, Blühwiesen und einer eigenen Identität.
00:00:40: Das sind keine Ausnahmen – das ist genossenschaftliches Wohnen in Sachsen-Anhalt, gelebte Praxis die oft leise passiert und viel zu selten laut erzählt wird.
00:00:51: Heute erzählt sie mein Gast!
00:00:53: Jesy Kaseya ist seit dem ersten Juni, den VdWG Sachsen-Anhalt und damit Interessenvertreterin für einhundert acht Wohnungsgenossenschaften fast hundertsebzigtausend Mitglieder und einem Bundesland im Wandel.
00:01:10: Heute sprechen wir über ihre ersten Monate im Amt über den gesellschaftlichen Wert des Genossenschaftsprinzips und über die Frage was wohnen eigentlich mit dem Zusammenhalt einer ganzen Gesellschaft zu tun
00:01:22: hat.".
00:01:22: Man kann es nicht allen recht machen.
00:01:24: Das muss man sicherlich ganz offen sagen und das sollte auch nicht der Anspruch sein, aber natürlich darf es auch nicht so sein dass man nur mit den großen kommuniziert die sicherlich auch nochmal andere Herausforderungen haben sondern man muss eben auch die Kleinen im ländlichen Raum berücksichtigen und ich glaube das ist eine ganz zentrale Rolle wo wir auch mit den anderen mitteldeutschen regionalverbänden eng kooperieren weil sie eben ähnliche Interessenlagen haben.
00:01:51: Ich bin Iris Jachatz, Chefredakteurin des Branchenmagazins DB die Wohnungswirtschaft.
00:01:59: Herzlich willkommen liebe Frau Seher im Limo-Podcast!
00:02:03: Guten Tag.
00:02:04: vielen Dank für die Einladung.
00:02:05: Ja, Frau Seher.
00:02:06: Ich freue mich sehr, dass Sie Zeit gefunden haben und heute dabei sind.
00:02:11: Denn ich bin ehrlich gesagt auch ganz neugierig auf sie.
00:02:14: Denn bisher hat es mit einem persönlichen Treffen noch nicht geklappt.
00:02:19: Wahrscheinlich bin ich jetzt mindestens so gespannt wie unsere Hörerinnen und Hörern um zu erfahren wer Sie eigentlich sind.
00:02:26: Mögen Sie sich vielleicht ganz kurz vorstellen?
00:02:29: Ja, mache ich gern!
00:02:30: Also mein Name haben Sie genannt – ich bin Jessica Seher.
00:02:34: Ich arbeite seit dreißig Jahren in der Wohnungswirtschaft.
00:02:37: Ich habe die ersten zwanzig Jahre davon bei der Investitionsbank Berlin verbracht, in ganz unterschiedlichen Positionen bin auch gelernte Kauffrau der Grundstücks- und Wohnungswirtschaft heute heißt das Immobilienkauffrau und hab die letzten acht Jahre knapp acht Jahre beim privaten Immobiliem Projekt Entwickler verbracht.
00:02:57: Und jetzt bin ich an Sachsen-Anhalt.
00:02:58: Ich komme gebürtig aus Berlin, wohne jetzt in Brandenburg Aber verbringe nun viel Zeit in Sachsen-Anhalt.
00:03:05: Wunderbar, Sie sind seit dem ersten Juni jetzt Verbandsdirektorin des VDWG Sachsen Anhalt.
00:03:11: vielleicht ganz kurz?
00:03:12: Wie waren Ihre ersten Wochen im Amt und was hat sie vielleicht überrascht oder auch beeindruckt?
00:03:18: Ja, überraschte ist immer schwierig weil wenn ich etwas Positives sage dann könnte man den Eindruck haben dass sich ganz Schlimmes erwartet habe.
00:03:24: also so ist es natürlich nicht.
00:03:26: aber Ich muss schon sagen Es ist wirklich eine sehr herzliche und offene Atmosphäre.
00:03:34: Mir wird viel Vertrauen und Wertschätzung entgegen gebracht, was man eben spürt dass die Vorstände ihrer Genossenschaften mit Herz und Blut dabei sind obwohl es eben sehr unterschiedliche Genosschaften sind.
00:03:46: aber das ist ihnen allen gemein.
00:03:50: Das gefällt mir richtig, richtig gut.
00:03:54: Ich
00:04:01: habe ja gesagt ich bin schon eine Weile in der Wohnungswirtschaft tätig und nach meiner letzten Position in der Privatwirtschaft habe ich mir ein paar Monate Auszeit gegönnt Und habe ernsthaft darüber nachgedacht, bleibe ich in der Immobilien- und Wohnungswirtschaft oder schaue ich mich jetzt noch mal an einer anderen Branche um.
00:04:19: Und hab dann aber gemerkt naja das ist schon etwas was mir sehr am Herzen liegt und wo ich mich natürlich auch gut auskenne... ...und hab dann überlegt welche Nische ist das falsche Wort weil dazu sind die Genossenschaften zu groß?
00:04:33: Aber welche Sparte kann ich mir für mich vorstellen in der ich zukünftig wirken möchte.
00:04:40: Und so bin ich halt auf die Genossenschaften gekommen, ich habe mich nicht nur beim Verband beworben sondern eben auch bei der einen oder anderen Genosschaft direkt bundesweit und letztendlich ist es dann aber der Verband geworden weil das natürlich noch mal eine ganz andere Wirkung hat wenn ich viele Genossschaften vertreten kann.
00:04:58: und ich bin ganz ehrlich, also mein Bezug zu Sachsen-Anhalt.
00:05:01: Ich kann da nichts konstruieren.
00:05:03: Ich habe auch jetzt schon viele Wochen darüber nachgedacht.
00:05:05: Ich hatte wirklich keinen Bezug zur Sachsen Anhalt aber dadurch dass ich eben jetzt auch viel vor Ort bin hat sich mein Bild natürlich geändert und geprägt.
00:05:15: Und ich bin jetzt, ich will nicht sagen, ich bin mit Leib und Blut Sachsen anhält China Aber soweit ist es noch nicht.
00:05:21: Aber ich schätze dieses Land sehr und mag es mich da einzuarbeiten in die Themen.
00:05:27: Das ist schön, es gefällt bestimmt auch den Genossenschaften für die sie dann tätig sind.
00:05:32: Sie haben als sie die Position angetreten sind mal gesagt ich stelle viele Fragen.
00:05:38: deshalb jetzt auch meine Frage so welche frage brennt ihnen denn nach den ersten Monaten am meisten unter den Nägeln?
00:05:45: Also das ist natürlich die spannende Aufgabe.
00:05:50: Es sind ja nicht hundert acht Genosschaften die alle gleich formiert sind.
00:05:55: Also sie sind unterschiedlich groß, Sie haben mit unterschiedlichen Herausforderungen zu tun.
00:06:01: Sie sind im städtischen Bereich, sie sind im ländlichen Bereich.
00:06:04: und wie schaffen wir es dass dieses Wissen was definitiv bei den Mitgliedern vorhanden ist in einen konkreten gemeinsamen Nutzen umzuwandeln.
00:06:14: deswegen auch dieses Fragen stellen und zuhören?
00:06:17: Ich habe gerade heute Morgen hatten wir wieder unser neues Format VdWG direkt.
00:06:22: das klingt ganz großartig, aber ist ganz banal.
00:06:25: Einmal im Monat eine Online-Sprechstunde wo die Mitglieder sich anmelden können und wir dann einfach über Themen sprechen, die sie gerade bewegen.
00:06:33: Und das ist so ein bisschen mein Anliegen.
00:06:35: also erst mal dadurch dass ich eben neu bin in dem Land und auch bei den Genossenschaften aufnehmen zuhören Aber dann relativ schnell dazu kommen Dass das was ich da höre und aufnehme Dann eben auch wieder als Nutzen zurückgespielt wird weil letztendlich es sein Verband oder der Interessenbereich des Verbandes eben Dienstleister für die Mitglieder.
00:06:57: Und das muss Nutzen bringen und das versuche ich!
00:07:01: Ja, sie haben auch jetzt gerade gesagt dass Sie ja so ein bisschen Leidenschaft entwickelt haben für Genossenschaften.
00:07:08: Das ist also ganz konkret genau das ist was sie machen möchten.
00:07:11: Jetzt ich habe mal ein paar Zahlen recherchiert.
00:07:14: Also sie der VdWG vertritt hundert acht Wohnunggenossenschafte, hunderteinundvierzigtausend dreihundert Wohneinheiten und hundertsebzig tausend Mitglieder roundabout Und fast dreizehn Prozent der Bevölkerung in Sachsen-Anhalt leben in einer Genossenschaftswohnung.
00:07:31: Was sagt das über die gesellschaftliche Relevanz von Genossschaften eigentlich aus?
00:07:36: Also erst mal, dass ist eben kein Nischen!
00:07:39: Produkt ist.
00:07:40: Und wenn ich jetzt, wir haben ja hier in Sachsen-Anhalt zwei Verbände einen der die kommunalen Vertreter und eben wir.
00:07:46: und wenn ich das jetzt mal zusammenfasse weil in den meisten Bundesländern ist es eben so dass es eine gemeinsame Interessenvertretung gibt dann summieren sich diese Zahlen nochmal ganz deutlich auf und dann sind wir weit über diesen hundert und vierzig tausend Wohnungen die sie da gerade genannt haben.
00:08:03: also Ich will sagen Es ist eben ein Nicht unerheblicher Teil von Menschen, die man da vertritt.
00:08:08: Das hat mich zu Anfang auch ein bisschen beeindruckt und also eher furcht ist jetzt ein großes Wort aber man spürt schon eine gewisse Verantwortung, die Man da trägt.
00:08:18: Und das zweite ist eben Genossenschaften sind nicht einfach nur Wohnungsvermieter sondern Da geht's halt um viel mehr.
00:08:25: Also da geht es um Verantwortung für das Zusammenleben über eine Sicherheit, die sie bei einem privaten Vermieter so nie haben werden.
00:08:37: Weil es einfach in der DNA der Genossenschaften verankert ist dass das Gutes, Sicheres Bezahlbares Wohnen Der Kern des Ganzen ist.
00:08:49: und das ist glaube ich das Tollste daran was mich auch so fasziniert.
00:08:54: Ich habe übrigens auch zehn Jahre lang genossenschaftlich gewohnt in Berlin.
00:08:58: Also ich habe das schon am eigenen Leib gespürt, wie schätzenswert das ist?
00:09:04: Ja, das glaube ich.
00:09:05: Das höre ich von Freunden und Bekannten verwandten, wie auch immer die in Genossenschaften wohnen, dass sie sagen, sie möchten nie wieder daraus.
00:09:14: Genau!
00:09:15: Ja, Sachsen-Anhalt ist aber auch geprägt vom demografischen Wandel und eben leider auch einem gewissen Bevölkerungsrückgang.
00:09:23: Laut Prognosen werden bis zu zweizigfünfvierzig und dreihundertdreißigtausend Menschen weniger im Land leben.
00:09:29: Beeinflusst das auch irgendwie die Mitgliedsgenossenschaften?
00:09:32: Und vor allem welche Rolle spielt der Verband dabei?
00:09:36: Absolut!
00:09:37: Also muss natürlich in den Unternehmensplanungen berücksichtigt werden Diese Zahl, die Sie gerade genannt haben.
00:09:44: Dreihundertdreißigtausend Menschen bis zum Jahr zwanzigfünfundvierzig weniger.
00:09:49: Wir haben das mal ausgerechnet.
00:09:50: Das bedeutet wir benötigen hundertdreihensebzig tausend Wohnungen weniger bis dahin.
00:09:57: Und das ist natürlich ganz erheblich.
00:09:59: und was ist jetzt unsere Aufgabe?
00:10:02: Aus meiner Sicht als Verband.
00:10:04: Wir müssen die Genossenschaften unterstützen und befähigen ihre Strategie darauf auszurichten Unternehmensplanung auch kurz und mittelfristig zu machen.
00:10:17: Und dafür müssen wir sie einfach befähigen, weil wenn Sie sehen... Wir haben manchmal Genossenschaften mit achtzig Wohneinheiten.
00:10:23: das ist sicherlich nicht die Regel aber wir haben eben ich sag mal in der Größenordnung bis tausend Wohneneinheiten schon eine ganze Reihe von Mitgliedern, die dann natürlich auch personell nicht sonderlich groß aufgestellt sind.
00:10:37: Ich würde mal sagen so bis zehn Mitarbeitende Und das ist schon eine Herausforderung, solche Komplexitäten und Marktsituationen in eine Strategie einzupreisen.
00:10:49: Da unterstützen wir ganz aktiv als
00:10:51: Verband.".
00:10:52: Das ist sicher eine spannende und auch aber sehr herausfordernde Aufgabe!
00:10:57: Die Mitgliedsgenossenschaften – Sie haben es gerade gesagt – sind sehr unterschiedlich.
00:11:02: Es gibt eine kleine Vogeltanger Mündel mit fünfhundertsechzig Wohnungen zum Beispiel.
00:11:07: Es gibt aber auch große Akteure wie der BWG Halle Merseburg.
00:11:13: Und jetzt vielleicht noch mal konkret, wir halten Sie so einen heterogenen Verband dann zusammen?
00:11:19: Wie schaffen sie es wirklich die Interessen von allen Mitgliedern dann auch zufriedenstellend?
00:11:24: Ja, so wie sagt man?
00:11:26: Befriedigen ist immer ein doofes Wort ne?
00:11:28: Also dass alle happy sind am Ende genau!
00:11:37: Also das war im übrigen auch ein wesentlicher Punkt, im Vorfeld meiner Tätigkeit hier.
00:11:45: Wie schafft man es eben diese Heterogenität auch in der Interessenvertretung rüberzubringen?
00:11:53: Und auch da würde ich sagen zuhören hilft immer wahnsinnig viel.
00:11:58: natürlich hilft auch klasternd ein Stück weit.
00:12:00: also In meinem Kopf versuche Ich immer in kleinen mittel groß zu denken und bin aber auch noch in der Findungsphase.
00:12:11: Und frage immer wieder bei den Mitgliedern, was ist für euch Kleinmittel groß?
00:12:16: Was bedeutet das in der Arbeit?
00:12:19: Man kann es nicht allen recht machen.
00:12:20: Das muss man sicherlich ganz offen sagen sollte auch nicht der Anspruch sein, aber natürlich darf es auch nicht so sein dass man nur mit den großen kommuniziert die sicherlich auch nochmal andere Herausforderungen haben.
00:12:32: Die oftmals eben auch in den Städtenhalle und Magdeburg ansässig sind sondern muss eben auch die Kleinen im ländlichen Raum berücksichtigen und ich glaube das ist eine ganz zentrale Rolle wo wir auch mit den anderen mitteldeutschen Regionalverbänden eng kooperieren weil sie eben ähnliche Interessenlagen haben und weil sie ähnlich wie wir in der breiten öffentlichen Diskussion oftmals zu kurz kommen, weil man natürlich überwiegend von den Ballungszentren Berlin Hamburg München etc.
00:13:07: hört wo eben ganz andere Probleme und Herausforderungen sind also Wohnungsknappheit enger Markt steigende Mietkosten et cetera Etc.
00:13:17: Und sich dafür starkzumachen dass eben auch die andere Seite Und das ist keine Kleine, will ich meinen.
00:13:22: Die Deutschland in Sachen Wohnen hier charakterisiert, dass man auch die sieht.
00:13:28: Dafür stehen wir halt ein.
00:13:30: Vielleicht zählt die nächste Frage genau darauf ab so ein bisschen oder geht darauf ein?
00:13:36: Sie haben zum Beispiel gemeinsam mit oder ihr Verband gemeinsam mit Community das Projekt Social Impact gestartet Außerdem eine zweite Ausgabe der Schriftenreihe Praxis und Perspektiven veröffentlicht.
00:13:52: Also warum jetzt?
00:13:53: Warum ist vor allem Social Impact gerade im Moment so wichtig?
00:13:58: Gerade im Moment ist ja immer relativ, diese Studie wurde tatsächlich von meinem Vorgänger initiiert Und das heißt wenn wir von gerade Jetzt sprechen dann sprechen wir also von zwei Jahren Vorbereitungszeit.
00:14:11: Ich halte dass nichtsdestotrotz für wahnsinnig wichtig weil es eben oftmals nicht sichtbar ist, was Wohnungsgenossenschaften und übrigens auch kommunale Wohnungsgesellschaften mal so eben nebenher noch tun.
00:14:27: Und das eben mittelbar für die Gesellschaft unmittelbar natürlich für die MieterInnen und NutzerInnen, die in den Quartieren leben.
00:14:37: Das war die Idee, das sichtbaar zu machen.
00:14:41: Es geht nicht um eine um ein Instrument der Selbstdarstellung.
00:14:45: Das war nicht das Ziel, sondern auch im besseres Verständnis dafür was man damit bewirken kann wie man es verbessern kann und wie man auch gute Beispiele sichtbar macht.
00:14:59: Nicht damit es andere kopieren können, sondern ich würde mal ein bisschen weicher formulieren damit man eine Idee davon bekommt was sonst noch so geht.
00:15:08: Bei diesem Projekt Social Impact gibt es auch einen sogenannten Statuscheck.
00:15:13: Vier Genossenschaften, nämlich Tanga Münde, Halberstadt, Wittenberg und Sangerhausen haben diesen Check als Erste absolviert?
00:15:22: Was kann man sich da genau darunter vorstellen?
00:15:24: Und wie ist das mit den Pionieren?
00:15:25: Das haben die da gemacht!
00:15:28: Ja also... Es gibt unterschiedliche Dimensionen, die da betrachtet werden.
00:15:33: Am Ende ist es etwas wo man eben alle Informationen die man aus der Genossenschaft ziehen kann, zusammensammelt, klastert und damit schon mal sichtbar macht.
00:15:42: Und das ist schon einmal der erste AHA-Effekt.
00:15:46: Die sind manchmal selbst erstaunt gewesen was sie denn eigentlich alle schon so machen?
00:15:52: So ist ja auch die Studie angelegt.
00:15:54: also zum einen kann dieser Status Check jede Genossenschafft machen wenn Sie möchte.
00:16:01: Aber dass man eben anhand dieser vier Beispiele einfach auch mal sichtbar macht, es gibt halt nicht den einen Weg für die Genossenschaft wie sie sich gut entwickelt.
00:16:11: Sondern es hat viel damit zu tun wie das Setting vor Ort ist was der Bestand ist, wie die Mieterinnenstruktur
00:16:18: etc.,
00:16:19: etc.. Und da haben wir, wie ich finde, einen echten, bunten Strauß an.
00:16:23: Also wenn man ein Strauß bei vier sagen kann... Ein Bouquet!
00:16:26: Haben wir ein schönes Bouquet von vier Genossenschaften gefunden und ich selbst war jetzt in der Kürze der Zeit bei zwei vor Ort nämlich in Tangamünde und in Halberstadt.
00:16:37: Wenn man das eben live sieht dann versteht man auch so ein bisschen noch mehr warum man das nicht einfach übertragen kann weil zum Beispiel in Tangarmünde Das hatten sie, glaube ich in ihrer Anmoderation hat die Genossenschaft diesen Supermarkt übernommen der eben Leerstand und der versteigert werden sollte.
00:16:57: Und jetzt kann man sich natürlich fragen also muss eine Genossenschaft einen Supermarkt kaufen?
00:17:02: Dann würde natürlich die Standardantwortung nein weil es dient ja nicht den Wohnzwecken.
00:17:09: aber wenn man da vor Ort ist und sich das anguckt dann sieht man halt die Lage dieses Supermarktes und dann spürt man schon Das ist so ein zentraler Platz für dieses Quartier.
00:17:20: Das wäre wirklich schädlich gewesen, wenn man das entweder weiter hätte verkommen lassen oder es eben irgendjemandem in die Hände gefallen wäre, wo man nicht genau gewusst hätte wie die strategische Ausrichtung dazu ist und damit auch eine große Unsicherheit mit sich gebracht hätte.
00:17:40: Oder in Halberstadt, wo dieser Verein Freunde fürs Leben relativ zentral angesiedelt ist, das sind zwei Frauen die diesen Verein führen.
00:17:51: Die leben dafür!
00:17:52: Also das war wirklich beeindruckend.
00:17:54: wir haben uns... Wir durften die Besuchen da waren dann auch gerade unten im Bereich, haben die Damen und Herren da Karten gespielt und wir haben mit den beiden unterhalten.
00:18:04: und also die Sprudeln vor Ideen, ich kann es nicht anders beschreiben sie leben dafür und da sieht man eben Das kann man nicht kopieren.
00:18:16: Also da muss jede Genossenschaft selbst gucken vor Ort, was habe ich?
00:18:21: Was kann ich?
00:18:23: Aber Ich kann mir halt Inspirationen holen!
00:18:26: Vielen Dank für diesen tollen Einblick, ich finde das tatsächlich sehr berührend.
00:18:31: Jetzt haben Sie aber natürlich auch einen Verbandsratsvorsitzenden wie jeder Verband – das ist Lutz Hake in Ihrem Fall und der spricht bereits vom nächsten Schritt der sogenannten Sozialrendite.
00:18:45: Also was genau kann man sich darunter vorstellen?
00:18:47: Und kann mein gesellschaftlichen Mehrwert denn wirklich in Euro ausdrücken?
00:18:53: Ja ihn!
00:18:55: eine ganz klare Antwort zu geben.
00:18:57: Also natürlich ist nicht alles monetarisierbar so was wie Nachbarschaft, Vertrauen.
00:19:05: Menschen sind weniger einsam.
00:19:09: Wie soll man das mit einem Preisschild versehen?
00:19:13: Aber Natürlich kann man und da bin ich komplett bei Herrn Hake sollte man auch versuchen dass als ergänzende Perspektive mit aufzunehmen.
00:19:26: Und er hat da, wie ich finde eine gute Kooperation eben mit Community und dem Covid von der Universität Leipzig die genau das versuchen.
00:19:41: Es gibt zwar schon ein paar erste Zahlen aber sie sind noch nicht validiert deswegen möchte ich die auch gar nicht so gerne nennen.
00:19:47: Aber warum machen wir das?
00:19:50: oder warum bewegt es auch Herrn Hake?
00:19:54: weil natürlich die Gesellschaft etwas, was einen Preisschild hat und was einen Wert hat auch anders wertschätzt und wahrnimmt.
00:20:08: Und deswegen unterstütze ich dieses Projekt obwohl ich glaube dass es nicht zu hundert Prozent alles abbilden kann.
00:20:17: Was bedeutet das konkret dann für eine Genossenschaft?
00:20:21: Naja, dass wir Und mein Interessenvertretung meint natürlich nicht nur, ich vertrete die Interessen der Mitglieder nach innen sondern eben auch nach außen.
00:20:30: Dass wir etwas sehr Konkretes in der Hand haben um auch mit der Politik zu sprechen und zu zeigen schaut her das ist unser Beitrag an der Gesellschaft also mehr als eben nur ein Haus vier Wände mit Natur und paar Fenstern um einfach nochmal zu zeigen, was ist eigentlich unsere Bandbreite und was ist unsere Wirkung.
00:20:56: Und eben auch noch mal deutlich zu machen wir brauchen da Unterstützung weil es sonst einfach zu viel ist.
00:21:05: das übersteigt die wirtschaftliche Kraft der Genossenschaften auch der kommunalen Unternehmen Gesamtaufgabe, wo wir erwarten dass auch der Staat sich daran beteiligt ohne jetzt rum zu jammern und zu sagen uns hilft keiner.
00:21:27: Darum geht es nicht weil wir machen nämlich schon ganz viel und um genau das zu zeigen sind solche Projekte sehr wertvoll.
00:21:35: Damit sind wir auch schon ein bisschen in der Politik gelandet.
00:21:40: Ich komme nicht umhin, die Wahlen im Sachsen-Anhalt liegen noch nicht so lange zurück aber auch noch nicht wiederum so lange dass es eine neue stabile Regierung gibt zumindest nicht zum Zeitpunkt dieser Aufnahme.
00:21:54: Nichtsdestotrotz Es herrscht eine gewisse politische Ungewissheit nicht nur in Sachsen Anhalt das betrifft glaube ich die ganze Republik Aber ganz speziell Sachsenanhalt.
00:22:04: Was bedeutet das für Ihre Mitgliedsunternehmen?
00:22:06: Und vor allem wenn es um Themen geht wie Förderprogramme, eine Energiewende oder auch Baurecht.
00:22:12: Ja also dazu muss man vielleicht erstmal zurückblicken und feststellen insbesondere was Förderung angeht ist das Land Sachsen-Anhalt seit zwei bis drei Jahren denkbar schlecht aufgestellt.
00:22:25: Es gibt nämlich de facto keine Wohnraumförderungen und von daher bleiben unsere Forderungen die gleichen wie sie vor der Wahl waren.
00:22:38: Wir brauchen eben langfristige Planungssicherheit für diese Investitionen, die wir tätigen müssen und da ist es im ersten Schritt erst mal nicht relevant, wie sich die Regierung zusammensetzt sondern die Herausforderungen bleiben die gleichen unsere Forderung bleiben die gleiche und wir werden in einem sachlichen Dialog da unsere Gesprächspartner auch zu ansprechen und die Forderungen vorbringen.
00:23:08: Also ich wünsche Ihnen sehr, dass das Gehör findet weil gerade für eine gesellschaftlichen Frieden ist es ja nicht ganz unwichtig gerade in heutigen Zeiten würde ich sagen.
00:23:20: Definitiv wenn ich das vielleicht noch mal ergänzen darf also dass meine das Problem in der Vergangenheit war eben auch dadurch angespannten Wohnungsmarkt haben in Sachsen-Anhalt, wird es nicht als Herausforderung wahrgenommen.
00:23:37: Und deswegen ist es denke ich auch dazu gekommen das Mittel eben auch nicht mehr zur Verfügung gestellt wurden.
00:23:44: aber weil sie gesellschaftlichen Frieden sagen Ich brauche kein angespannte Markt um Problem in einem Wohnungsmark zu haben.
00:23:52: also Ich habe gesagt, ich komme gebürtig aus Berlin.
00:23:55: Ich habe es schon in Zeiten der Wohnungswirtschaft gearbeitet.
00:23:58: Da war Leerstand in Berlin ein Problem und das ist auch ein Problem.
00:24:04: Und so ist es eben in Sachsen-Anhalt.
00:24:05: Auch für diese Thematiken brauchen wir politische Unterstützung nicht nur in netten Worten und in Schulterklopfen sondern eben auch in monetärer Hinsicht.
00:24:17: Das ist das was wir einfordern.
00:24:20: Wie ist denn Ihre Vision?
00:24:22: Sie sind jetzt ganz kurz dabei, aber sie haben ja sicher irgendwie ein Zielbild.
00:24:25: Wo Sie sagen dahin möchte ich den Verband entwickeln so möchten wir aufgestellt sein und so soll es uns sagen wir mal in fünf Jahren gehen.
00:24:35: also Ich wünsche mir natürlich dass wir in fünf jahren immer noch da sind, also das in jedem Fall.
00:24:42: Ich glaube dass ist jetzt auch kein sonderlich großer Wunsch weil diesen Verband gibt es seit der Wende.
00:24:49: Also nach innen wünsche ich mir, dass wir noch ein bisschen enger zusammenrücken.
00:24:56: Ich glaub Genossenschaften haben sozusagen Genossschaften Können das sehr gut, sich miteinander verbinden und sich als Gemeinschaft sehen?
00:25:05: Ich möchte das gerne noch unterstützen.
00:25:06: Dass wir uns innerhalb des Verbandes zwischen den Genossenschaften auch noch mehr als Gemeinheit fühlen und da eben auch die Unterstützung und der Austausch noch intensiviert werden.
00:25:18: Politisch habe ich gerade gesagt was das Ziel ist also einfach sichtbar werden und dass die Forderungen auch ernst genommen werden.
00:25:27: Das wird einer der Hauptaufgaben sein, aber auch den Verband insgesamt in eine digitalisierte Welt zu führen und uns eben so wie jedes Unternehmen mit den Themen der Zeit auseinanderzusetzen.
00:25:42: Also auch Stichwort KI treibt uns um und dass wir da eben in fünf Jahren besser aufgestellt sind und auch wenn wir dann zurückblicken sagen können ja da haben wir eine gute Entwicklung hingelegt.
00:25:57: Und weil wir eben kleiner verbannt sind, wir sind mit mir sieben Mitarbeitende im Interessenbereich dass wir unser Spektrum nochmal erweitern konnten mithilfe der modernen Mittel die da so zur Verfügung stehen das wäre mein Wunsch.
00:26:15: Dafür drücke ich Ihnen ganz doll die Daumen.
00:26:18: Wir sind auch jetzt schon am Ende leider von unserem Podcast angelangt, aber wir enden natürlich nie ein Interview ohne unsere berühmte letzte Frage, die da lautet, wir geben eine Limo aus und mit wem möchten Sie sie trinken?
00:26:32: Und vor allem über was sprechen!
00:26:36: Genau also... Ich würde gerne mal eine Lemo trinken mit Ewald Ahrens.
00:26:43: Ich weiß nicht, ob Sie den kennen.
00:26:44: Es ist ein Schriftsteller der Romane schreibt, der aber auch eine Zeitkolumne hat.
00:26:50: Darüber habe ich ihn überhaupt kennengelernt.
00:26:53: Der schreibt nämlich oder die Kolumne heißt wie war es in der Schule?
00:26:56: und ich hab eine dreizienjährige pubertierende Tochter und das hat mich total angesprochen und ich mag seine Bücher sehr gerne weil sie sehr unterschiedlich sind ganz unterschiedliche Aspekte des Lebens beleuchten.
00:27:12: Und ich würde Ihnen ganz gern fragen, wie er das schafft so unterschiedliche Romane zu erstellen?
00:27:22: Weil man hat es ja oft wenn man Autoren liest dann spürt man irgendwann die Linie und das ist ja auch nichts Schlechtes.
00:27:30: aber Ich finde dass so bewundernswert bei ihm Dass es so vielfältig ist.
00:27:34: Das würde mich sehr interessieren Wie ihr das macht weil ich glaube Es muss eine gewisse Art und Weise sein, wie er aufs Leben blickt.
00:27:42: Und das würde mich interessieren, ob man diesen Blick adaptieren kann und auf andere Bereiche übertragen kann.
00:27:48: Ich weiß nicht, ob ne Limo dafür reicht oder ob wir den ganzen Kasten ordern müssen?
00:27:52: Ganz
00:27:53: den Kasten!
00:27:57: Super.
00:27:58: Vielen, vielen Dank!
00:27:59: Auf jeden Fall wurde dieser Gesprächspartner noch nie genannt in zumindest nicht meinen Podcast-Folgen.
00:28:04: Ich bin da auch immer das Sache, ich möchte gerne Mäuschen sein und dabei sein – also auch das finde ich ein ganz spannendes Thema und einen spannenden Gesprächspartner.
00:28:12: An dieser Stelle herzlichen Dank für das wirklich spannende doch auch sehr persönliche teilweise emotionale und aber auch sehr inspirierende Gespräch.
00:28:20: Ich wünsche Ihnen noch viele Fragen aber natürlich viel Erfolg in Sachsen-Anhalt.
00:28:26: Wohnungsgenossenschaften.
00:28:27: Vielen, vielen Dank!
00:28:28: Danke schön!
00:28:31: Liebe Hörerinnen und Hörern ich versuche nochmal kurz zusammenzufassen um was es heute in unserem Podcast mit Verbandsdirektorin Jessica Seeher ging.
00:28:42: Wohnungs genossenschaftenne rettende Supermärkte.
00:28:45: sie bauen Aufzüge sie pflanzen Blühwiesen und schaffen Orte an denen Menschen nicht allein bleiben müssen und das schon seit Jahrzehnten stillverlässlich nah am Menschen.
00:28:55: Was wir heute gelernt haben, dass alles hat einen Namen und das heißt Social Impact.
00:29:01: Und der wird endlich sichtbar gemacht!
00:29:04: Jessica Seger hat in den letzten Minuten gezeigt, dass hinter den Zahlen- und Wohneinheiten echte Geschichten stecken – von Nachbarschaften die Zusammenhalten von Quartieren, die sich neu erfinden und einem Verband, der seinen Mitgliedern den Rücken stärkt….
00:29:20: Und wenn Sie mehr über die Schriftenreihe Praxis und Perspektiven des VdWG Sachsen-Anhalt erfahren möchten, finden sie alles unter zukunft-wohnen-lsa.de.
00:29:33: Das war's!
00:29:34: Liebe Hörerinnen und Hörern abonnieren Sie Limo doch auf Ihrem Podcast Kanal denn jeden Montag kommt ein frischer Limonachschub auf die Ohren.
00:29:42: Danke an unser Team hinter den Kulissen von Technik bis Marketing, die uns am Mikro immer bestens unterstützen.
00:29:50: und schauen Sie doch auch in unsere Show Notes.
00:29:53: Dort gibt es noch mehr Infos über uns zur DW Die Wohnungswirtschaft und natürlich zur Folge!
00:29:59: Bis zum nächsten Mal, Ihre Eure Iris Jachatz.
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