Zwischen Klimaschutz und Kaltmiete: Eine Zwickmühle der Wohnungswirtschaft?
Shownotes
Dr. Susanne Schmitt, Verbandsdirektorin des vdw Niedersachsen Bremen, spricht mit L'Immo-Host Iris Jachertz über die drängenden Herausforderungen der Wohnungswirtschaft: Die Kürzungen der BEG-Förderung gefährden die energetische Sanierung im Bestand. Mit dem „Niedersächsischen Weg" und dem „Bremer Weg" entstehen pragmatische Lösungen für bezahlbaren Neubau. Serielle Sanierung und der CO₂-Praxispfad bieten Chancen, die aber noch lange nicht ausgeschöpft sind und werden. Der vdw fordert zudem einen Stopp der geplanten Bundesbaugesellschaft. Leuchttürme gibt es dennoch: Trotz schwieriger Rahmenbedingungen gelingen Mitgliedsunternehmen immer wieder beeindruckende, teils auch skalierbare Projekte. Zudem engagiert sich der vdw gesellschaftlich – etwa mit der Kampagne „Kein Raum für häusliche Gewalt".
Shownotes
Kein Raum für häusliche Gewalt
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Transkript anzeigen
00:00:00: Herzlich willkommen zu einer neuen Folge von Limo, dem Podcast für die Immobilienwirtschaft.
00:00:06: Das Thema Wohnen betrifft uns alle soll bezahlbar sein klimagerecht sozial verträglich technisch auf dem neuesten Stand.
00:00:15: Wohnen ist eine der größten gesellschaftlichen Herausforderungen unserer Zeit.
00:00:20: kein einfacher Auftrag also.
00:00:22: viele wohnungs- und immobilien wirtschaftliche Verbände leisten wertvolle Lobbyarbeit Wenn es darum geht, die Rahmenbedingungen für den Wohnungsbestand und Bau zu verbessern.
00:00:33: Mein heutiger Gast ist genau so eine Stimme – Dr.
00:00:37: Susanne Schmidt ist Verbandsdirektorin des VdW Niedersachsen & Bremen dem regionalen Verband der Wohnungs- und Immobilienwirtschaft der rund vierhunderttausend Wohnungen und damit fast eine Million Menschen in beiden Bundesländern vertritt.
00:00:51: Wir sprechen heute über den Zustand des Wohnungsmarkts, über Leuchtturmprojekte die zeigen dass es auch anders geht.
00:00:58: Über klare Forderungen an die Politik und über ein Thema das zeigt – das wohnen weit mehr als vier Wände
00:01:05: bedeutet.".
00:01:19: damit die regionalen Akteure zu stärken und versuchen Sie damit, diejenigen, die wissen auf dem Wohnungsmarkt wo welche Wohnungen gebraucht wird, versuchen sie diese damit noch ein Stück besser auszustatten.
00:01:34: Ich
00:01:34: freue mich auf eine vielseitige und spannende Limo!
00:01:45: Herzlich willkommen, liebe Susanne!
00:01:47: Ich darf dich ganz herzlich in unserem Podcast begrüßen.
00:01:51: Ja, herzlichen Dank liebe Iris für die Einladung.
00:01:54: Ich freue mich sehr auf unser Gespräch!
00:01:57: Ich bin gespannt aber lasst uns doch erst etwas persönlich werden.
00:02:01: ich habe jetzt tatsächlich nicht nachgeschaut.
00:02:03: ich glaube aber dass wir ungefähr gleich lange in der Branche tätig sind nämlich ungefähr sieben Jahre du als Verbandsdirektorin hier als unter anderem Chefredakteurin der DW.
00:02:15: Aber wie kam es überhaupt dazu und was hast Du eigentlich vorher gemacht?
00:02:19: Ja, ich bin eigentlich so ein bisschen zufällig in die Wohnungswirtschaft geraten und das war einer der glücklichsten Zufälle meines Lebens.
00:02:28: Ich bin von Hause aus Juristin habe viele Jahre als Anwältin gearbeitet Und bin dann aus einer kommunalpolitischen Tätigkeit, die ich immer ehrenamtlich gemacht habe in der Verwaltung der Stadt Zelle als erste Stadträtin.
00:02:44: Gerückt habe dort acht Jahre Verantwortung getragen auch für den Bereich der Stadtplanung und Stadtentwicklung.
00:02:51: Bin von da aus dann in dem Welt der IHKs war Hauptgeschäftsführerin der Ihk Niedersachsen knapp fünf Jahre und bin dann wirklich durch einen Zufall, weil ich gesehen hatte dass der Verband der Wohnungs- und Immobilienwirtschaft in Niedersachsen und Bremen in Not war.
00:03:10: Weil der Vorstand abhanden gekommen ist und ich nochmal etwas ganz anderes machen wollte so bin ich dann zum VdW gekommen und von Tag zu Tag in dem Bewerbungsverfahren, in dem Annäherungsverfahren wurde mir dann klarer, dass es eigentlich genau das Richtige wäre was ich gerne gerne machen würde.
00:03:32: Ja und es hat gepasst und jetzt bin ich gut sieben Jahre, siebeneinhalb Jahre Verbandstirektor im Vorstand und das ist wirklich eine wunderbare Aufgabe die sehr sinnhaft ist.
00:03:45: wir haben tolle Wohnungsunternehmen Wir haben tole Vorständen, Vorstände Geschäftsführerin, Geschäftsführer alles Menschen geben gestandene Kaufleutes sind, aber mit dem Herz am rechten Fleck auch soziale Verantwortung tragen und es macht sehr viel Freude diesen Verband zu führen.
00:04:03: Das ist schön.
00:04:04: Also zumindest was die Branche angeht, geht es mir ähnlich wie dir auch ich finde dass das eine sehr glückliche Fügung in meinem Leben war, dass ich in der Wohnungswirtschaft gelandet bin so genug zu haben.
00:04:16: wir lieben diese Branche.
00:04:18: Susanne du sagst du bist eigentlich Juristin?
00:04:20: Du bist aber jetzt vor allem auf ganz vielen Baustellen unterwegs.
00:04:23: Wie fühlt sich denn das an wenn du quasi immer die Sicherheitsschuhe im Auto mit dir dabei hast, nicht zuletzt.
00:04:30: Also ist erst wenige Tage wochenher, dass du auf Sommertour warst mit Axel Gedaschko und dort in Bremen, in Hannover, in Giforn zum Beispiel unterwegs warst?
00:04:40: Tatsächlich packe ich mir die immer ein morgens wenn ich weiß das sich auf eine Baustelle fahre weil mein Terminkalender ja sehr geplant ist.
00:04:49: also es ist nicht so mal eben auf eine Baustelle fahren muss, um dort irgendwas anzuschauen.
00:04:55: Sondern das ist schon vorher bekannt.
00:04:58: Ja dann wenn ich morgens losfahre, dann packe ich meinen meisten Sneaker.
00:05:02: Ich habe jetzt keine Arbeitsschuhe, ich hab dann Sneaker oder Turnschuhen oder flache Schuhe mit denen ich auf die Baustellen fahre.
00:05:09: und ganz wichtig ist allerdings dass man auf der Baustell ja immer ein Helm trägt und den habe ich nun nicht dabei sondern der wird dann immer von dem jeweiligen Unternehmen an der Bausstelle bereit gehalten.
00:05:22: Und ich finde es super spannend, dann auf den Baustellen unterwegs zu sein und viele Dinge zu sehen und kennenzulernen die ich so auch noch nicht kenne.
00:05:34: Baustelle
00:05:34: klingt irgendwie immer irgendwie auch ein bisschen nach Neubau.
00:05:37: jetzt gucken wir uns aber irgendwie auf die... Schauen wir mal auf die Zahlen.
00:05:41: da heißt das Die Gesamtinvestitionen steigen Aber der Neubaus Also Stau auf der A-Zwei, obwohl der Motor läuft.
00:05:50: Wie erklärst du das?
00:05:51: Ja wir haben in der Tat im vergangenen Jahr eine Rekordsumme in den Gesamtinvestitionen erreicht.
00:05:57: Dieses Jahr rechnen wir allerdings wieder ein bisschen mit einem Rückgang der Investitionen.
00:06:03: letztes Jahr waren es knapp eins Komma vier Eins Komma drei sieben Millionen.
00:06:06: dieses Jahr rechnen wir mit Eins Kommat zwei Sieben also hundert Millionen weniger.
00:06:12: und Was dramatisch ist, ist dass der Neubau wirklich eingebrochen ist.
00:06:18: Und wir sehen eine hohe Investition in die Sanierung und diese Investitionen steigen und das liegt daran, dass die Sanierungslasten für unsere Mitgliedsunternehmen enorm sind und da jeder Euro nur einmal ausgegeben werden kann, sind dann die Investition für den Neubauer eben nicht mehr in deren Maße möglich, wie wir es brauchen.
00:06:43: Warum steigen die Investitionen in die Sanierung?
00:06:47: Das riegt einfach daran, dass die Sanierungsziele, die wir erreichen müssen mit den vielen älteren Beständen, die Wir haben – die Klimaziele, die Energietische Standards, die erreicht werden müssen bei der Sanierung sind eben sehr teuer.
00:07:03: Ein Wohngebäude aus den Fünfziger oder Sechzigern auf Ehre fünfundfünfzig oder Ehre siebzig zu sanieren kostet richtig viel Geld und dieses Geld fehlt dann im Neubau.
00:07:14: Und das ist im Augenblick der große Spagat vor dem wir stehen, dass wir auf der einen Seite die alten Bestände klimagerecht sanieren müssen Klimaziele energetische Ziele erreichen müssen Und auf der anderen Seite sehen, dass der Druck am Wohnungsmarkt groß ist und wir viel mehr Neubau heuchten als wir derzeit zu leisten in der Lage sind.
00:07:37: Das ist ein Dilemma vor dem wir stehen – das ist nicht einfach für die Wohnungsunternehmen!
00:07:42: Ist das was du jetzt über dass du gerade gesprochen hast?
00:07:44: ist das jetzt auch der drängendste Schmerzpunkt für eure hundert achtzig Mitgliedsunternehmen.
00:07:49: Ihr habt ja jede fünfte Mietwohnung in Niedersachsen über vierzig Prozent in Bremen.
00:07:54: als Verband habt ihr da einen gewaltigen Hebel.
00:07:56: sind das die Themen, die ich auch im Verband angeht und wie wir eure Unternehmen unterstützen können?
00:08:02: Ja, das ist in der Tat die größte Herausforderung vor der unsere Unternehmen stehen.
00:08:08: Viele der Unternehmen.
00:08:10: fast alle haben zwischenzeitlich Klimafahrpläne, Sanierungsfahrplänen, Sanierungstrategien Und da steht dann eben drin, welche Bestände, welche Häuser, welche Gebäude Jahr für Jahr mit welchen Maßnahmen klimagerecht saniert und modernisiert werden müssen.
00:08:27: Das ist das Thema, dass wir auch als Verband sehr intensiv begleiten.
00:08:31: Wir unterstützen bei der Erstellung dieser Klimapläne.
00:08:36: Da hat uns – das muss man leider sagen – Stopp der BEG-Förderung, den wir jetzt oder die Kürzung der Begeg Förderungen, die wir jetzt Ende Juli erfahren mussten wirklich ein Strich durch die Rechnung gemacht und hat zu sehr viel Unsicherheit bei uns in der Branche geführt.
00:09:00: Dass die Rahmenbedingungen nun so kurzfristig wieder geändert wurden das ist wirklich schlecht für die Sanierung und heißt dass viele Dinge noch mal aufdehnen Prüfstand gestellt werden.
00:09:11: Dazu muss man sagen, Immobilienwirtschaft braucht Verlässlichkeit, braucht langfristige Planbarkeit.
00:09:19: Wenn ich eine solche Sanierungsstrategie entwickle dann heißt es dass sich über Jahre hinweg auch Finanzierungsplanungen aufstelle und wenn die dann plötzlich von heute auf nachher durch eine Veränderung und Umstellung der Förderlandschaft in Frage gestellt werden dann ist das ein echtes Problem.
00:09:40: Das Problem ist aber nicht neu, ich glaube, das Problem gibt es die letzten Jahre leider immer wieder?
00:09:46: Ja wir hatten das Problem ja Anfang zwanzig zweiundzwanzig als die KfW-Förderung auch von heute auf morgen zusammengestrichen wurde.
00:09:54: Genau!
00:09:54: Aber das ist schon ein großer Hemsch, weil das Vertrauen der Branche in politische Verlässlichkeit dadurch erschüttert wird und jetzt nochmal erschüttern wurde Und das ist nicht förderlich.
00:10:06: Nee, trotzdem jetzt gehen wir mal auf die guten Nachrichten.
00:10:10: du warst zuletzt auf Sommertour.
00:10:12: unter anderem Axel Gedaschko hat Betriebe Baustellen bei euch im Verbandesgebiet besucht und Du warst natürlich dabei.
00:10:20: was hatte ich auf dieser Sommartour am meisten?
00:10:24: ja ich sage es mal vielleicht auch überrascht bis gut informiert aber vielleicht kann man dich auch noch überraschen.
00:10:30: also es gab natürlich Echt superprojektet.
00:10:32: Also so in dieser Nährung des Bundeswehrhochhauses in Bremen, in Wohnungen – in kleine Wohnungen ist etwas was technisch wirklich toll ist!
00:10:42: In Oldenburg haben wir ein serielles Bauen gesehen für zweieinhalb Tausend Euro.
00:10:47: Das war auch super.
00:10:49: Was mich aber am meisten überrascht hat, war ein engagierter Quartiersmanager in Breemen Herr Tassan der dort über viele Jahre hin Ein Quartier wirklich gedreht hat und es geschafft hat durch Gespräche mit den Eigentümern, durch Gesprächen mit der Verwaltung.
00:11:08: Durch die Aquerierung von Fördermitteln, durch das Schaffen eines Quartierszentrums mit den Bewohnern.
00:11:15: Und er hat es wirklich geschafft ein runtergerocktes Quartir wenn ich das mal so sagen darf jetzt das Schweizer Foyer in ein Vorzeigequartier quasi zu machen und ist dort unermüdlich unterwegs.
00:11:30: Und dass es Menschen gibt, die mit ihrer Persönlichkeit, mit ihrem Know-how, mit Ihrem Engagement in der Lage sind auch solche Veränderungen herbeizurufen – das fand ich wirklich ganz außergewöhnlich bemerkenswert!
00:11:45: Das hat mich
00:11:46: überrascht.".
00:11:47: Ja, Sozialmanagement in Quartieren ist ein super Thema das wir auch in der DW gerne.
00:11:54: aufnehmen.
00:11:55: Aber das freut mich, dass man trotz aller Baustellen und Klimagerechtigkeit doch auch einen Fokus noch auf diesen Themen hat.
00:12:03: aber kommen wir zurück.
00:12:04: Stichwort serielle Sanierung.
00:12:06: Wir haben eine Pressemitteilung bekommen Auch nicht so lange her.
00:12:09: Die Hannover in Hannover macht es vor KWG In Hildesheim ebenfalls schneller günstiger weniger Lärm für die Mieter.
00:12:19: gibt's auch ein Haken bei der ganzen Sache?
00:12:22: Ja, ich glaube der eigentliche Haken ist dass es neu ist und wie es immer so ist.
00:12:29: Es gibt wenig Erfahrung damit, es gibt wenig Vorbilder die gezeigt haben wie es geht und das ist das eigentliche Problem bei der Anwendung der seriellen Sanierung.
00:12:42: Und wenn ich mich jetzt mal in die Situation einer Geschäftsführerin oder einer Vorständin versetze Ich bin ja verantwortlich dafür, dass ich die Sanierung in meinem Unternehmen mache.
00:12:56: Dass sich die Fach- und Sachgerechtmache das der Kostenrahmen eingehalten wird.
00:13:00: Dass da keine Mängel auftreten.
00:13:02: Das am Ende alles gut ausgeführt ist und es keine Probleme gibt.
00:13:07: Und da stelle ich mir natürlich immer die Frage, wenn ich dann eine neue Technologie sehe?
00:13:12: Ist es mit dieser Technologie, mit dieser seriellen Sanierung, mit dem was davor gefertigt angeliefert wird.
00:13:19: Kann ich das alles damit erfüllen?
00:13:21: Und wenn ich unsicher bin, dann greife vielleicht lieber zu einer Bewertenmethode als dass sich die neue Methode wähle.
00:13:32: Ich finde diese serielle Sanierung super.
00:13:36: was ich da bisher an Projekten gesehen habe ist wirklich eine große Chance und im Augenblick noch nicht viel günstiger.
00:13:43: Aber es ist sehr viel einfacher für die Mieter, geht sehr viel schneller mit weniger Belastungen verbunden.
00:13:50: Und ich hoffe dass wir jetzt in den nächsten Monaten und Jahren der GDW bereitet ja gerade eine Rahmenvereinbarung vor, das wird dann viele Beispiele auch sehen wie gut funktionieren, die auch am Ende wirklich unproblematisch funktionieren so dass dann andere auch diese guten Vorbilder zum Anlass nehmen um selbst in diese Technologie einzusteigen.
00:14:14: Und ich glaube, es ist ein Baustein um Sanierung am Ende auch günstiger zu machen.
00:14:20: Weil dann über Skalierungseffekte eben auch Kosteneffekter eintreten können.
00:14:25: Apropos Kosten, klicken wir mal zu Förderprogrammen.
00:14:29: Ihr habt da sozusagen den Bremer Weg und den niedersächsischen Weg auf den Weg gebracht?
00:14:35: Haben wir damit vielleicht so etwas wie echte Blaupausen für den Rest der Republik?
00:14:40: Ja!
00:14:40: Wir haben gute Vorbilder.
00:14:42: Wir haben beim niedersächsischen Weg ja auch Best Practice Beispiele in unsere Broschüre aufgenommen.
00:14:50: Und es gibt das Thema einfach bauen, nicht nur in Niedersachsen, in Bremen und Hamburg und Schleswig-Holstein sind da sehr weit unterwegs.
00:14:59: aber ich würde sagen wir haben Blaupausen wie es gehen kann und wir haben einen Bündel an Maßnahmen die ich ergreifen kann um Kosten zu senken.
00:15:13: Und das sind zum Teil ganz einfache Dinge, auch ganz einfacher.
00:15:17: Architekturprinzipien wie z.B.
00:15:21: Grundrisse übereinander stapeln um tragende Wände zu sparen und in der Statik in der Menge an Beton zu spazieren.
00:15:29: Eigentlich ganz simple Dinge die einfach umzusetzen sind, auch in derzeitigen geltenden Rechtsrahmen umzusetzten Aber die vielleicht ein bisschen aus dem Blick geraten sind.
00:15:42: an der einen oder anderen Stelle und mit dem Prämowegg und dem niedersächsischen Weg zeigen wir, wie es geht.
00:15:49: Wir rücken es wieder etwas in den Blick Und wir wollen ermuntern das auch so zu machen und wir wollen er muntern So akzeptieren dass Einfacheres bauen nicht gleich Schlechteres bauen ist sondern eine sehr gute Qualität aufweisen kann.
00:16:06: Und ich finde es wirklich klasse, dass auch in beiden Bundesländern die politischen Spitzen sich dahinter stellen und sagen ja das ist ein Weg den wir auch mit unterstützen.
00:16:16: Du hast jetzt schon von Standards gesprochen.
00:16:19: also eh wie einfach Du forderst auch oder euer Verband, fordert auch einen Systemwechsel zum sogenannten Praxisfahrt.
00:16:29: Das ist jetzt nicht mehr ganz neu.
00:16:30: wir haben schon viel dazu gehört und auch in der DW dazu berichtet.
00:16:34: also weg von Energieeffizienz Standards hin zur direkten CO-Reduktion das klingt eigentlich so vernünftig und es ist auch schon wie gesagt so in die Breite getragen worden dass man sich eigentlich kaum mehr traut darüber überhaupt noch zu reden weil es so selbstverständlich Scheint.
00:16:51: Aber warum glaubst du, macht die Politik das dann nicht einfach?
00:16:56: Ich muss ganz ehrlich sagen ich verstehe es nicht, warum Politik was nicht macht weil das wirklich auf der Hand liegt und ich habe mir in den letzten Tagen auch unseren Ministerpräsidenten dazu noch mal angeschrieben habe und diesen Wechsel einfordere.
00:17:11: Ich hab mir nochmal Gutachten angeschaut.
00:17:13: Ich habe mir Gebäudestrategie des Bundes angeschauen wo das eigentlich schon beschrieben wird dass wir eine maßvolle Sanierung in der Fläche brauchen, um die Verbräuche runterzubekommen und gleichzeitig eben den Ausbau der Erneuerbaren.
00:17:28: Und es passiert aber viel zu wenig und ich kann es einfach nicht.
00:17:33: Ich kann es nicht verstehen.
00:17:35: Ich will mal aus Niedersachsen berichten.
00:17:38: wir haben ja hier ein Landesrechnungshof hat im Juni festgestellt das in fünf Jahren eins Komma acht Milliarden Euro für den Klimaschutz ausgegeben wurden Es aber kein einziges Ministerium zustande gebracht hat, mal den Erfolg zu kontrollieren dieser Ausgaben.
00:17:57: Und wir haben hundert Klimaschutzmaßnahmen und von diesen Hundert Klima- schutz Maßnahmen zielen nur acht Maßnahmen auf eine Treibhausgasminderung.
00:18:08: Auf eine solche Meldung des Landesrechnungswurfes.
00:18:10: und der Landesrechenungsruf sagt Wir brauchen einen wirtschaftlichen Klimaschutz genau das was wir im Praxisfahrt CO² wollen Und es passiert nichts.
00:18:22: Ich frage mich, ob Politik es nicht will, ob da noch Ideologen sitzen in Ministerien?
00:18:30: Das verhindern die vielleicht an alten Annahmen und Erkenntnissen festhalten und nicht zugeben wollen dass wir einen neuen Weg finden müssen.
00:18:39: auch so was ist ja denkbar für Menschen nicht immer einfach auch plötzlich den Weg zu wechseln festzustellen, dass man vielleicht anders gehen muss als bisher.
00:18:50: Aber es ist für mich vernünftigerweise nicht nachzuvollziehen warum wir nicht endlich diesen Weg
00:18:57: gehen.".
00:18:57: Wenn du jetzt postest auf die Laptops oder auf die Schreibtische der Politiker eigentlich hätte ich gedacht vielleicht auf Bundesebene aber du bist ja natürlich auf Landesebene den Politikern viel näher was würde da drauf stehen?
00:19:10: Also Ich würde auch auf Bundes eben Im Leben Finanzminister würde ich ein Post-It hinkleben, stoppen Sie die Pläne für die Bundesbaugesellschaft und nehmen sie die Gelder und der Aufwand, der dafür geplant ist.
00:19:25: Und versuchen Sie damit, die regionalen Akteure zu stärken und versuchen Sie da mit denjenigen, die wissen auf dem Wohnungsmarkt wo welche Wohnungen gebraucht wird, versuchen Sie diese damit noch ein Stück besser auszustatten?
00:19:42: Denn ich kann mir ernsthaft nicht vorstellen, dass eine Bundesbaugesellschaft mit Sitz in Berlin oder wo auch immer von dort aus über ganz Deutschland mal ebenso entscheiden kann, wo tatsächlich Wohnungsbedarfe sind.
00:19:56: Wo welche Wohnungen angebracht sind?
00:19:59: Wo vielleicht auch welche Besonderheiten sind?
00:20:02: Wir haben ja auch unterschiedliche demografische Entwicklungen in unserem Land und ich halte diesen Plan der Bundesregierung Sorry, dass ich das so sage für totalen Unsinn.
00:20:15: Das ist wirklich etwas was sich einer am Schreibtisch ausdenkt und glaube der könnte dann von einer Zentrale aus dieses Problem lösen.
00:20:24: es wird viel Geld kosten die Bundesbaugesellschaft wird viel geld kosten und sie wird wenig bewirken.
00:20:31: Genau da fällt mir nur das Stichwort Zentralwirtschaft ein.
00:20:35: Da sind wir ja alle froh, dass wir die nicht mehr haben.
00:20:37: So ist es!
00:20:38: Du warnst oder euer Verband warnt aber auch vor Kaltmieten von achtzehn bis zwanzig Euro pro Quadratmeter.
00:20:45: das hat also enormen sozialen Sprengstoff.
00:20:48: auch dieses ganze Thema Wohnen und Mieten Also vor allem im Geschosswohnungsbau Das klingt so ein bisschen nach dystopie.
00:20:55: Aber wie realistisch Ist es denn, was muss denn konkret passieren damit wir eben dieses Szenario abwenden?
00:21:01: Ich nehme mal an der Bundesfinanzminister sollte diesen Prostezettel lesen den du ihm gerade an den Computer geklebt hast.
00:21:11: Ja das sind ja realistische Berechnungen.
00:21:15: also das sind Berechnung die wir hier im Verband haben ja auch eine WP Abteilung eine Steuerabteilung die wir anstellen, anhand der aktuellen Baupreise.
00:21:24: Das sind Berechnungen, die jetzt zum Beispiel auch von der A gekommen aus Kiel.
00:21:28: also das sind keine Annahmen und achtzehn bis zwanzig Euro pro Quadratmeter.
00:21:34: Das heißt kein Durchschnittsverdiener kann sich eine solche Wohnung leisten sondern da werden Wohnungen gebaut für Menschen, die wirklich sehr hohe Einkommen haben.
00:21:44: Ja was muss passieren?
00:21:45: Wir müssen einfach günstiger bauen.
00:21:48: Wir gehen diesen Weg ja jetzt schon mit dem niedersächsischen Weg, mit dem prima Weg.
00:21:53: Wir versuchen auch diese Möglichkeiten der Kostenreduktion durch weniger Technik in den Häusern.
00:22:00: Man kann auf viele technische Dinge verzichten und trotzdem gut bauen durch kluge Planungsverfahren frühzeitige Abstimmung mit den Bauämtern, um auch Zeitverluste zu vermeiden.
00:22:14: Um zusätzliche Schleifen zu vermeidern und Änderungen in der Planung zu vermeide, um zusätzlichen Anforderungen von vornherein mit einrechnen zu können.
00:22:23: Also es gibt ganz viele Bausteine an denen wir drehen können und das kann eigentlich nur der Weg sein dass wir wieder Nicht nur mit Augenmaß sanieren, sondern auch mit Augen maß bauen und gerade da wo eben Menschen eine bezahlbare Wohnung.
00:22:39: Und das heißt Wohnungen für sechs, sieben, acht, neun Euro pro Quadratmeter benötigen, Menschen die darauf angewiesen sind.
00:22:47: Das sind nicht nur Sozialwohnungen, sondern es betrifft zwischenzeitlich eben auch die Mitte unserer Gesellschaft viele Durchschnittsverdiener, viele Menschen die hart arbeiten die jeden Tag aufstehen und unser Leben am Laufen halten, das ist ja nicht mal eben so gemacht.
00:23:05: Und aus welchen Gründen auch immer vielleicht eine neue Wohnung suchen?
00:23:10: Und verzweifelt in Ballungszentren bei uns hier in Hannover im Braunschweig, Osnabrück Oldenburg, Bremen – eine Wohnung suchen, die sie mit ihrem mittleren Gehalt bezahlen können!
00:23:24: Dieses Problem müssen wir
00:23:25: lösen.".
00:23:26: Jetzt sind wir schon fast am Ende unseres Podcasts.
00:23:30: Wir haben jetzt über hier mieten und wie viel sozialer Sprengstoff da eigentlich drinsteckt gerade gesprochen, wir haben aber auch noch ein anderes soziales Thema über das ich gerne mit ihr sprechen möchte und zwar hat euer Verband Da die Kampagne kein Raum für häusliche Gewalt gestartet.
00:23:49: Das ist soweit, ich weiß Anfang zwanzig sechsundzwanzig seid ihr damit gestartet?
00:23:54: Ihr habt ihr seid da mit ein Immobilienverband der sich gegen Partnerschaftsgewalt engagiert oder gegen häuslige Gewalt engagieren.
00:24:01: das ungewöhnlich.
00:24:03: Wie kam es überhaupt dazu?
00:24:05: gab's bestimmte Auslöser und wie haben eure Mitglieder reagiert?
00:24:09: Ja Es waren in der Tat Anregungen aus unseren Mitgliedsunternehmen die dieses Thema gesehen haben, einige auch schon engagiert waren bei diesem Thema und wir haben uns dann hier im Verband zusammengesetzt und überlegt ob wir uns da engagieren wollen.
00:24:25: Und für mich war eigentlich sofort klar ja wohl das wollen wir dass tun wir weil ich die soziale Wohnungswirtschaft eben anders sehe als bloße Vermieter.
00:24:37: Und es gab dann Gespräche hier mit dem Justizministerium in Niedersachsen, mit dem Landespräventionsrat.
00:24:43: Dessen Aufgabe ist Gewalt zu verhindern und wir haben sehr schnell gemerkt dass wir gemeinsam mit der Polizei auch mit den Frauen- und Mädchenberatungsstellen ein Netzwerk schaffen können das einen völlig neuen Zugang auch zu Menschen die betroffen sind bietet.
00:25:03: Dann haben wir uns auf den Weg gemacht, haben einen Konzept erarbeitet.
00:25:06: Sind dann wie du richtig sagst Anfang des Jahres, haben wir es vorgestellt sind an die Öffentlichkeit gegangen.
00:25:13: Haben jetzt in einer ersten Modellphase dreizehn Unternehmen dort geschult und das ist das Besondere an unserem Projekt.
00:25:22: Es ist nicht ein Kampagnenprojekt im Sinne von Wir kleben Plakate und betreiben Aufklärung sondern ist Erfolgen Schulungen mit den Beratungsstellen vor Ort für Mitarbeiter der Wohnungsunternehmen.
00:25:37: Das sind zum Beispiel auch Hausmeister oder Techniker, die in die Wohnung gehen und die sensibilisiert werden für Anzeichen dass dort etwas nicht stimmt.
00:25:48: Dass es also zum Beispiel das Türen zum Beispiel keine Schlösser haben oder dass Tüern ausgehängt sind so ganz einfache praktische Anzeigen.
00:26:01: Die Menschen werden dann eben darin geschult.
00:26:03: Wie gehe ich damit um?
00:26:05: Wo kann ich mich hinwenden, wo kann ich dann Hilfe abfragen?
00:26:10: und das ist das eigentlich Besondere dass wir jetzt natürlich nicht in so eine Beziehung reingehen.
00:26:16: Das kann man ja nicht.
00:26:17: Das steht einem nicht zu aber dass wir sensibilisieren und Menschen dann befähigt werden sich darum zu kümmern.
00:26:25: Wir haben dazu auch schon mal gesprochen und zwar zuletzt auf der Real Estate Arena live, auf unserer Haufebühne.
00:26:31: Dazu gibt es ein ausführliches Interview.
00:26:36: trotzdem noch gerne mit ihr dazu weiter sprechen, aber die Zeit trennt uns davon.
00:26:40: Wir müssen so ein bisschen schauen dass wir langsam zum Ende kommen.
00:26:44: deshalb verweise ich jetzt auf harfel.de-immobilien.
00:26:49: dort findet ihr liebe Hörerinnen und Hörers das Interview in ganzer Länge und könnt euch genau zu dieser Kampagne noch genauer informieren.
00:26:58: und natürlich gibt es auch in unseren Show Notes einfach auf den Ding drücken da seid ihr dann da Susanne, letzte Frage.
00:27:05: Letzte Podcast-Frage der Klassiker wir geben eine Limo aus passt vielleicht heute auch bei dem heißen Wetter.
00:27:12: Eine schöne erfrischende prickelnde Limo unter vier Augen.
00:27:16: mit wem würdest du die gerne mal trinken und über was sprechen?
00:27:20: Ganz klar!
00:27:21: Mit Friedrich Merz.
00:27:22: das wäre mein erster Partner und ich würde ihm die sozial orientierte Wohnungswirtschaft näher bringen Und ich würde ihm die Bedeutung des Themas gutes bezahlbares Wohnen, klimagerechtes Wohnen näherbringen und ich würde eben näher bringen welche gesellschaftliche Präsanz in diesem Thema steckt.
00:27:43: Welcher Esprengstoff?
00:27:45: Ich würde ihm natürlich auch sagen lasst die Finger von der Bundesbaugesellschaft.
00:27:49: aber ich würde ihn insbesondere dringend bitten dass er dieses Thema zur Chefsache macht Denn wir sehen leider, dass wir da auf Bundesebene wenig Bewegung im Bauministerium oder auch im Justizministerium was Mietrecht angeht erleben.
00:28:06: Und dann müsste dringend ein ganz anderer Fokus auf dieses Thema auch von unserer Bundesebene gelegt werden.
00:28:13: Vielen Dank liebe Susanne.
00:28:15: Ich leite es mal ans Bundesministerium weiter, unseren Podcast-Link weil der Bundesfinanzminister hat ja da was zu hören und jetzt auch noch Friedrich Merz.
00:28:24: also wir versuchen mal die Limo dort zu platzieren.
00:28:27: Dir vielen herzlichen Dank für eine spannende Limo mit vielen unterschiedlichen Themen und die Einblicke in deine eure Verbandsarbeit.
00:28:37: Ja auch ganz herzliche Dank von mir an dich
00:28:42: Liebe Hörerinnen und Hörern, über was haben wir heute gesprochen?
00:28:46: Wir haben einen Blick auf ein Thema gelenkt das uns alle angeht.
00:28:50: Denn am Ende des Tages geht es beim Wohnen eben auch nicht nur um Quadratmeter- und Förderquoten.
00:28:55: dazu haben wir ausgiebig gesprochen.
00:28:57: Es geht auch um Menschen und ihr Zuhause.
00:29:00: Ich hatte gerade schon gesagt wer mehr über den VdW Niedersachsen Bremen erfahren möchte findet alle Informationen unter vdw-online.de Und wer sich über die Kampagne gegen häusliche Gewalt informieren oder sie unterstützen möchte, besucht gegen –häusliche-gewalt.de.
00:29:18: Es gibt auch ein Hilfetelefon.
00:29:19: «Gewalt gegen Frauen» ist übrigens kostenlos anonym und rund um die Uhr erreichbar.
00:29:25: hundertsechzehn null sechzehnten!
00:29:28: Vielen Dank liebe Hörerinnen und Hörern, dass Sie dabei waren.
00:29:30: Danke an unsere Backstage Crew, die natürlich genauso zu limo gehört wie wir an den Mikros.
00:29:37: Der Blick in die Show-Notes, der lohnt sich.
00:29:39: alle Links dieser Folge und natürlich auch zu unserem digitalen Angebot.
00:29:44: Abonnieren Sie auch gern Limo auf Ihrem Podcast-Kanal – denn jeden Montag gibt's was Frisches auf die Ohren!
00:29:51: Bis dahin bis bald, Ihre Eure Iris Jachatz.
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